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Bauindustrieverband Hamburg e.V.

Presse: 50 Jahre Geotechnik an der TU Darmstadt

 Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

 Berlin, 25. Juni 2010

 

50 Jahre Geotechnik an der TU Darmstadt:

  • Deutsche Spezialtiefbautechnik weltweit gefragt
  • Wichtig: Risiken fair verteilen – Partnering verstärken
  • Sorge um Nachwuchs

 

„Geotechnik ist der Grundstein für unsere gebaute Welt, unsere Zivilisation, den Schutz der Umwelt, den Erhalt unserer Lebensadern.“ Mit diesen Worten würdigte der Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Prof. Dipl.-Kfm. Thomas Bauer, zur Eröffnung des Festkolloquiums „50 Jahre Geotechnik an der Technischen Universität Darmstadt“ die Bedeutung von Geotechnik und Spezialtiefbau für das moderne Bauen. Als Beispiel nannte Bauer den erst kürzlich errichteten Burj Chalifa, das derzeit höchste Gebäude der Welt, bei dem deutsche Spezialtiefbautechnik für die Gründung ein­gesetzt wurde. Darüber hinaus komme Spezialtiefbautechnik aber auch im Tunnel- und Brückenbau sowie in Projekten der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur zum Einsatz, ergänzte Bauer.

 

Die größte Herausforderung für den Spezialtiefbau sieht Bauer in der Beherrschung der Baugrundrisiken: „Trotz gründlicher Erkundung, leistungsstarker Technik und Fachkunde gilt nach wie vor der alte Bergmannsspruch: „Vor der Hacke ist es dunkel“, erläuterte Bauer. Bei der Vertragsgestaltung jedoch seien die Baugrundrisiken wie die tatsächliche Beschaffenheit des Baugrunds, im Untergrund verborgene Spalten oder auch fehlende Genehmigungen oft nicht angemessen berücksichtigt. Bauer plädiert daher für den verstärkten Einsatz von Partne­ringmodellen im Spezialtiefbau. Eine partnerschaftliche Bau­ausführung erzeuge für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation, da der Bauunternehmer bereits in der Planungsphase einbe­zogen werde. Das vermeide Konflikte und gerichtliche Auseinandersetzungen.

 

Sorge bereitet Bauer die Ausbildungssituation im gewerblichen wie im akademischen Bereich. Immer weniger Schulabgänger würden sich um immer mehr freie Ausbildungsplätze bewerben. „Die traditionellen Lehrstellen am Bau stehen leider nicht ganz oben auf der Wunschliste von Bewerbern“, so Bauer, dabei biete die Bauwirtschaft mit neuen, modernen Berufen wie dem Spezialtiefbauer, der in den neunziger Jahren eingeführt worden sei, interessante Tätigkeiten in hochspezialisierten Teams, mit technisch anspruchsvollen Baugeräten und Maschinen. Auch bei den Bauingenieuren drohe die Zuspitzung der Situation. Zurzeit stünden jährlich 3300 Absolventen eines Bauingenieurstudiums einem Bedarf an 4500 Nachwuchs­ingenieuren gegenüber. Vor allem gebe es zu wenig Studie­rende mit dem Vertiefungsschwerpunkt Geotechnik.

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