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Bauindustrieverband Hamburg e.V.

Presse: Baukonjunktur im zweiten Quartal 2010

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie

Berlin, 25. August 2010

 

 

Baukonjunktur im zweiten Quartal 2010:

Baunachfrage verhalten – Auftragseingänge lediglich um 0,5 % gestiegen – Öffentliche Baunachfrage verliert an Kraft

 

Während sich andere Branchen über zweistellige Zuwachsraten freuen können, läuft die konjunkturelle Entwicklung in der deutschen Bauwirtschaft eher verhalten. Wie der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mitteilt, ist der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahres­quartal nur um nominal 0,5 % gestiegen (Juni: + 0,7 %). Es ist lediglich der guten Auftragsentwicklung im 1. Quartal zu verdanken, dass die Unternehmen das 1. Halbjahr noch mit einem Auftragsplus von 4,2 % abschließen konnten. Der Hauptverband führt dies darauf zurück, dass die öffentliche Baunachfrage schlechter gelaufen sei als es die Konjunkturprogramme hätten erwarten lassen.

Die Umsätze haben sich im zweiten Quartal noch nicht von dem witterungsbedingten Einbruch zu Jahresanfang erholt: Der baugewerbliche Umsatz lag sogar um nominal 0,2 % unter dem Niveau des zweiten Quartals 2009. Allerdings verzeichneten die Baubetriebe im Juni erstmals seit März des vergangenen Jahres wieder ein Umsatzplus – und zwar von 2,7 %. Für das 1. Halbjahr ergibt sich damit aber immer noch ein Umsatzminus von 6,9 %.

Als enttäuschend wertet der Hauptverband die öffentliche Baunachfrage: Die Auftragseingänge lagen im zweiten Quartal um 7,9 % unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Auch die Umsätze blieben hinter den Erwartungen zurück: Die Bauunternehmen verzeichneten lediglich einen leichten Zuwachs von 1,5 %. Damit ergibt sich für das 1. Halbjahr im Öffentlichen Bau ein Auftrags- bzw. Umsatzminus von 1,5 % bzw. 3,2 %. Der Hauptverband glaubt, dass viele Städte und Gemeinden ihre Investitionspläne vor dem Hintergrund der angespannten kommunalen Finanzsituation zurückgenommen haben. Angesichts der weiterhin bestehenden Risiken im Wirtschaftsbau komme der Rückzug der öffentlichen Auftraggeber aber zu früh. Er appelliert deshalb an die Kommunen, ihre Investitionszurück­haltung aufzugeben.

Erfreulich ist dagegen, dass der von der Wirtschaftskrise besonders getroffene Wirtschaftsbau in der gesamtwirtschaftlichen Erholungsphase schneller angesprungen ist als erwartet: Der Auftragseingang nahm im zweiten Quartal um nominal 7,8 % zu (Jan.-Jun.: 9,0 %). Die Bauunternehmen profitierten dabei von der verbesserten Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe. In der Produktion ist dieser Nachfrageimpuls aber noch nicht angekommen: Die Umsätze lagen in den Monaten April bis Juni um 6,1 % unter dem Wert des vergleichbaren Vorjahreszeitraums (Jan.-Jun.: - 13,6 %). Für den Hauptverband steht deshalb fest, dass der Wirtschaftsbau noch nicht „über dem Berg“ ist: Dafür spreche auch, dass der Wert der Baugenehmigungen nichtöffentlicher Bauherren in den ersten sechs Monaten um 19,6 % zurückgegangen ist.

Dagegen löst sich der Wohnungsbau langsam, aber sicher von der Talsohle: Im zweiten Quartal konnten die Unternehmen ein Auftragsplus von nominal 7,6 % verbuchen. Der Erholungs­prozess schlug sich bereits in den Umsätzen nieder, die um 5,1 % gestiegen sind. Für das erste Halbjahr errechnet sich damit für den Wohnungsbau ein Auftragszuwachs von 8,9 % (Umsatz: - 1,8 %).

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